März 1, 2012 by thomas

Gipfel #1 und #2: Hamburg und Bremen

Endlich geht es los, wir starten zur 1. Etappe unserer Tour. Es rufen gleich zwei Berge, genauer gesagt ein Berg und eine Erhebung, denn zum Auftakt haben wir uns die beiden Hanseaten unter den 16 Gipfeln vorgenommen: Unseren “Heimberg”, den 116,2m hohen Hasselbrack in den Harburger Bergen, und einen 30,2m hohen, noch ungetauften Punkt im Friedehorstpark zu Bremen.

Gut ausgeruht treffen wir uns, nur mit leichtem Gepäck ausgerüstet, um halb neun am Hauptbahnhof um mit der S-Bahn nach Neugraben zu starten. Hier begrüßt uns bereits am Bahnhof der harzige Duft des Waldes. Es herrschen angenehme Temperaturen um 8 Grad und zarter Sonnenschein, als Vorbote des nahenden Frühlings, begleitet uns beinahe den ganzen Tag. Gute Gespräche verkürzen die gefühlte Wanderzeit erheblich, und da wir den Hasselbrack im Vorjahr bereits erklimmen konnten, schießen wir schon nach anderthalb Stunden die ersten Gipfelfotos. Nachdem wir uns auch im Gipfelbuch verewigt haben, Thomas übrigens schon zum insgesamt dritten Mal, geht es auf einem anderen, aufgrund der Regenfälle der letzen Woche recht matschigem Pfad zurück zur S-Bahnstation.

Von dort fahren wir nach Umstieg im schönen Harburg weiter zum Hauptbahnhof nach Bremen, wo wir nach kurzen Aufenthalt und einer Stärkung vom Bäcker den Anschlusszug nach Bremen-St. Magnus erreichen. Bereits nach einem 10 minütigem Marsch sind wir im Friedehorstpark angekommen. Dieser ist wunderschön ebenerdig gestaltet, weshalb es uns einigermaßen Schwierigkeiten bereitet die bei Wikipedia als höchsten natürlichen Punkt ausgewiesene “namenlose Erhebung” zu finden. Kein Witz- ein GPS-Gerät kann in dieser Situation durchaus nützlich sein. Gerne gestehe ich, dass das Herumirren in dem Park bei mir Assoziationen zu dem in zahllosen Büchern beschriebenen Wettlauf zum Südpol zwischen Scott und Amundsen weckt. Schließlich ist der Südpol, genau wie unsere Erhebung nichts als ein durch Berechnungen ermittelter unspektakulärer Punkt, der sich von seiner unmittelbaren Umgebung durch nichts unterscheidet- also ziemlicher Quatsch eigentlich. Gipfelkreuz oder Markierung fehlen ebenso wie auskunftsfreudige Einheimische.

So können die Expeditionsteilnehmer gleich Teamgeist unter Beweis stellen- fokussiert auf unser Ziel wird wir die erste Sinnkrise humorvoll überwunden, denn glücklicherweise bietet uns ein Foto aus dem Netz Orientierung. Wir drehen noch eine Runde durch den Park und vergleichen verdächtig erscheinende Bodenwellen sowie die dahinterliegenden Bäume mit der Abbildung. Wir finden schließlich den heißersehnten Gipfel, erstellen leidenschaftslos das einschlägige Bildmaterial und sitzen bereits 45 Minuten nachdem wir den Bahnhof verlassen haben wieder im Zug Richtung Hauptbahnhof.

Nachdem wir dann feststellen dürfen, dass uns das grüne Fahnenmeer nicht zur Feier unserer heutigen doppelten Gipfelsiege begrüßt, sondern vielmehr die obligatorische Vorbereitung der Werder Fans für das heutige Heimspiel darstellt, erreichen wir zufrieden, ein wenig erschöpft und sogar noch bei Tageslicht den Zug zurück nach Hamburg.

Der Weg zum Hamburger Gipfel: 

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